Goodbye San Francisco

Es ist unser letzter Tag in San Francisco - wir haben schon etliche Kilometer auf der Uhr aber sind so verliebt in die Stadt, dass wir uns nochmal hineinstürzen. Zunächst steht ein wenig Schaufensterbummel auf dem Plan - wie immer nicht ohne das ein oder andere Geschäft mit einer Tüte zu verlassen. Das Wetter verspricht noch sonnig zu werden und daher begeben wir uns am Mittag auf die andere Seite der Golden Gate Bridge.

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Die Brücke liegt wunderbar im leichten Wolkennebel, dahinter verdeckt die Stadt. Ein schöner Blick - ein schönes Bild. Wir bleiben ein wenig sitzen, genießen die wärmenden Sonnenstrahlen. In meinem Kopf spielt Hotel California - ich bin so verliebt in die Stadt.

Vom Slacker Hill geht es über die Golden Gate zurück nach San Francisco. In relativer Nähe zur Golden Gate Bridge befindet sich der Golden Gate Park. Ähnlich dem Central Park in N.Y. ist auch dieser Park eine grüne Lunge für die Stadt. Im Japanischen Garten genießen wir eine Tasse grünen Tee und lassen uns von der toll angelegten Gartenanlage beeindrucken.

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Einen der Bilderbuch- und Must-see-Orte heben wir uns für den späten Nachmittag auf - Alamo Park, seine Painted Ladies und einen wunderbaren Blick auf die Skyline von Downtown. Es sind allerdings nicht nur die 6 Ladies, die gesamte Neighbourhood um den Alamo Park ist wunderschön und so entschließen wir uns auch gleich hier Abend zu essen.

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Einen Block entfernt befindet sich, direkt an der Divasadero Street, das 4505 Burgers & BBQ. Wie in 90% aller Restaurants in San Francisco, bekomme ich auch hier ein yummie vegetarisches Gericht. Rundum gesättigt zieht es uns schon langsam ins Hotel zurück. Eine Überraschung habe ich aber noch in petto Twin Peaks und ein finaler Blick im Sonnenuntergang über die gesamte Stadt und San Fran Bay.

Machs gut San Francisco - wir werden uns wiedersehen!

San Francisco Tag 1

Die San Francisco Bay liegt noch im Nebel und Wolken über der Stadt aber der Tag verspricht sonnig zu werden. Wir kennen die Stadt schon und nehmen uns Zeit für die Stadtviertel welche uns bei unserem letzten Besuch besonders beeindruckt oder gefallen haben. Paul und Emma waren 7 bzw. 9 Jahre als wir 2013 San Francisco das erste mal besuchten. Ihr damaliger Favorit war Chinatown. Es ist wohl die Skurrilität, in Mitten der USA das Gefühl zu haben, in Asien zu sein. Die Eigenwilligkeit der Menschen die nahezu kein Englisch sprechen, die Geschäfte und deren Waren, die Obst-, Fleisch- und Fischmärkte.

Von Chinatown nehmen wir für einen Teil der Strecke nach Fishermans Wharf den Bus. Die Pieranlagen sind nicht so mein Fall, da ich das Gefühl habe, hier eine Inszenierung vorgeführt zu bekommen. Naja, für einen Blick nach Alcatraz lohnt es sich alle mal. Mit den hübschen alten Streetcars (nicht zu verwechseln mit den Cabelcars) fahren wir von Fishermans Wharf, entlang der Pieranlagen die gesamte Marketstreet hinauf bis zur Endhaltestelle nach Castro.

Die Stadtviertel Castro, Ashbury Heights und Haight Ashbury sind fest in den Händen der LGBT Community und Alt-Hippies. Zwischen Castro und 19th Straße sowie Haight Street und Golden Gate Park spielt sich das Straßenleben ab. Hier finden sich dedicatet Cafès, Bars, Clubs und Shops. Dazwischen die wohl schönsten Häuser und fantastischen Blicke auf die Stadt. Die Neighbourhood ist tip-top gepflegt und freundlich.

Direkt an der Haltestelle Castro befindet sich der Harvey Milk Plaza. Harvey Milk war der erste offen bekennende Stadtrat von San Francisco. Seinem Kampf hat die LGBT Community in San Francisco sehr viel zu verdanken. 

Google Translation von Achievements - Harvey Milk:

Harvey Milks Aktionen für die Rechte von Schwulen führten zu einer Vielzahl von Erfolgen. Zum Beispiel war die Tatsache, dass er einen Platz im San Francisco Board of Supervisors bekommen konnte, eine großartige Leistung. Wichtiger ist jedoch, was er im Board gemacht hat. Zunächst startete er Programme, die den Arbeitnehmern und den Rechten älterer Menschen zugute kamen. Außerdem trug er dazu bei, Probleme in der Nachbarschaft wie öffentliche Verkehrsmittel, Polizeischutz, öffentliche Parks und die Verabschiedung eines Gesetzes zu lösen, das die Eigentümer dazu verpflichtete, den Müll ihres Hundes aufzuräumen. Außerdem drängte er auf mehr schwule Polizeibeamte und es gelang ihm. Was weitere wichtige Errungenschaften anbetrifft, wurde das erste Schwulenrecht in San Francisco verabschiedet. Alle Mitglieder des Vorstands, mit Ausnahme von Dan White, stimmten für die Verabschiedung dieses Gesetzes.

Stadtrat Harvey Milk und der damalige Bügermeister George Moscone wurden 1978 durch Dan White im Rathaus erschossen. Lesern meines Blogs empfehle ich den Film "MILK". In einem kompakten Portrait wird die Geschichte Harvey Milk's und die Lebensumstände von Schwulen und Lesben der damaligen Zeit dargestellt.

Wir genießen die Nachmittagsonne, schlendern durch die wunderschönen Straßen mit viktorianischen Häusern, trinken Café und lassen die Eindrücke auf uns wirken. Ich träume vor mich hin und stelle mir vor, wie es wohl wäre hier zu leben ... 💁🏻‍♂️

Für morgen stehen Segways bereit und wir sind schon sehr gespannt auf die Tour.

Mendocino County

In Fort Bragg startet der Tag wie all die vielen Tag zuvor etwas unterkühlt und nebelig - so ist das an der Nordpazifikküste nun einmal. Wir starten durch nach Mendocino County. Ob es das Mendocino ist, welches Michael Holm besungen hat, bin ich mir nicht so ganz sicher, aber in Memoriam an Mr. Hitparade, Dieter Thomas Heck, lassen wir den Song bei der Einfahrt in den winzigen Ort Mendocino laufen.

Mendocino ist ein hübsches 900 Seelen Örtchen. Alle Häuschen sind im maritimen Stil erbaut und stammen aus der Zeit der 1930iger Jahre. Der Ort zählt zu den höherpreisigen Tourismuszielen. Es gibt keine Hotelketten. Einige der süßen Häuschen enthalten B&Bs. Wir fühlen uns eingeladen und stoppen zum Frühstücken. Die kleine Bäckerrei ist nicht nur voll - sie platzt fast aus allen Nähten. Man hat das Gefühl, der halbe Ort, zumindest aber alle Touristen im Ort sind zeitgleich hier zum Frühstücken. Wenige Minuten hinter Mendocino überqueren wir die einzigste historischen Brücke des alten Highway Nummer 1. Aus Hölzern der Douglasien gefertigt ist sie ein Beispiel, wie viele der Brücken in den 20iger und 30iger Jahren gefertigt wurden.

Wir verlassen den Highway 1 und biegen auf den 128 in Richtung Inland und damit zurück in Richtung Highway 101 ab. Die Straße führt uns durch die wunderschönen Weinanbaugebiete 🍇 Kaliforniens. Wir halten bei Lula, einem kleinen Weinbauern und lassen uns von seinen Weinen verführen. Während wir Lula's Weine verkosten, fallen Paul und Emma über eine große, wilde Brombeersträucher her. Die Beeren sind richtig groß schmecken herrlich süß.

Schade, dass wir den Wein nicht in Kisten nach Europa bekommen oder zumindest nicht ohne größeren Aufwand und unverhältnismäßig hohe Kosten. Wir entscheiden uns jeder für eine Flasche Wein. Susann nimmt einen Pino Noir 2014 und ich entscheide mich für einen Chardonnay. Der Chardonnay hat mir besonders gut gefallen - ich hatte das Gefühl den würzigen Geruch der Redwood Wälder in dem wunderbaren Wein zu schmecken. 🍷

Am Nachmittag erreichen wir Santa Rosa unseren vorletzten Stop. Morgen geht es nach San Francisco. Ich freue mich riesig!

Humboldt County to Fort Bragg

California is calling! Wir verlassen Humboldt County und fahren den 101 weiter südlich. Nach San Francisco, dem Ziel unserer diesjährigen Tour, ist es nicht mehr weit - gerade einmal 299 Miles. Unsere heutige Etappe führt uns jedoch zunächst einmal nach Fort Bragg, einem kleinen Örtchen, gebaut im Western Stil.

Auf unserer 3-stündigen Fahrt bemerken wir immer eindeutiger, dass wir in Kalifornien sind. Die Wälder, immer noch von Redwoods dominiert, verändern sich. Es ist vor allem die Bodenvegetation die weniger dicht und üppig ist. Farne gibt es nicht mehr. Da, wo die Wälder weniger dicht sind, typische, vom Sommer vertrocknete Wiesen. Auch das Gestein der Berge verändert sich, es wirkt mehr wie Basalt. Es gibt die typischen, ebenfalls im Sommer ausgetrockneten Flüsse, deren Breite jedoch erahnen lässt, welche Wassermassen im Frühjahr in Richtung Pazifik fließen.

Wir finden einen kleinen Fluß, welcher noch reichlich klares Wasser führt. Es ist gar nicht so kühl und Paul beschließt kurzerhand, die willkommene Erfrischung zum Schwimmen zu nutzen. Nach der kleinen Pause zweigt unsere Route vom 101 ab und schlängelt sich entlang des Highway Number 1. Wir erreichen Fort Bragg am Nachmittag. Hatten wir am Vormittag wärmende Sonne und wirklich sommerliche Temperaturen, verspüren wir in Fort Bragg die frische Brise des Pazifiks. Es scheint, dass die Stürme über Hawaii kühle, pazifische Lufmassen vorantreiben und zumindest küstennah die Strömungen warmer kalifornischer Inlandsluft zurückdrängen.

Fort Bragg selbst hat keine gigantischen Sehenswürdigkeiten. Eine Umweltschande aus den frühen 50iger Jahren macht Abschnitte des heutigen Strandes zu etwas Besonderem - Glass Beach. Einst wurde städtischer Müll einfach im Meer verklappt. Den tausenden von Glasflaschen nahm sich der Pazifik an, brach das Glas und schliff es durch die unermüdlichen Wellenbewegungen zu kleinen, runden Glassteinen. Im Sonnenlicht soll der Strand fantastisch glitzern. Prüfen konnten wir das heute nicht. Mal schauen, ob morgen früh die Sonne scheint.